Nach Russland und wieder zurück! Jugendteam international unterwegs.

Hey, hier sind Elina und Paula aus dem Jugendteam Torgau! Am 22. September 2017 ging für uns das Abenteuer im Rahmen eines Schüleraustausches nach Russland ab Berlin-Schönefeld los. Nach 2,5 Stunden Flug kamen wir in Moskau an. Schönes Wetter begleitete uns. Im Anschluss daran sind wir 2 Stunden mit einem Kleinbus durch Moskau gefahren, allerdings sollte es nur anfangs eine Stunde werden, jedoch kamen wir in die typische "Rush Hour". Ca. 18.15 Uhr waren wir am Bahnhof in Moskau, wo um 20:40 Uhr unser Nachtzug nach Penza startete. Nach einer recht unruhigen Reisenacht kamen wir nach 12 Stunden in Penza an (08:15 Uhr).

 


Ausgestiegen aus dem Zug erwarteten uns auch schon freundlich unsere Gastfamilien für die Woche. Direkt angekommen bei den jeweiligen Gastfamilien wurden wir gefragt, ob wir etwas essen oder uns erst einmal ausruhen wollen. Ich, Paula wurde von dem Gastkind Maria sehr herzlich empfangen. Sie rief gleich nach meiner Ankunft laut "Paula Paula!", nahm mich an die Hand und umarmte mich. Bei mir, Elina, war es so, dass sie mich erst nicht gefunden hatten, aber danach haben sie mich auch sehr nett empfangen, nahmen mir meinen Koffer ab und gingen mit mir zum Auto. Als erstes erhielten wir jeweils den WLAN-Schlüssel. Also hier scheint auch das Internet unheimlich wichtig zu sein. Wir erhielten u. a. jeweils dasselbe Rahmenprogramm für die ganzen 7 Tage. Um 14 Uhr ging es dann auch schon los mit einem Stadtrundgang in Penza. Nach dem Aufenthalt in der wirklich schönen Stadt hatten wir etwas Freizeit und konnten mit Maria und Katja etwas Zeit verbringen. Sie waren selbst recht gute Freunde. Wir besuchten die "Brücke der Freundschaft" und liesen den Abend in eine Bar zum gemeinsamen Essen ausklingen.


Am darauffolgenden Tag haben wir einen Ausflug in ein Museum "Zolotarvskaya" gemacht. Unsere Russischlehrerin hat alles vor Ort übersetzt. Danach sind wir durch den Wald gewandert, um live zu sehen, was uns in dem Museum erklärt wurde. Danach sind wir mit den Autos zu einem Ferienhof "Lokomoria" gefahren. Dort schauten wir uns eine Rittershow an und grillten vor Ort. Später durfte, wer wollte, bei einem 20-minütigen Ausritt durch den Wald mitmachen. Elina war dafür zu begeistern, aber ich, Paula hatte kein Interesse daran :).


Nun war es schon Montag, der 25.09.2017. Der Tag startete früh morgens um 6 Uhr und wir unterhielten uns fast nur auf Englisch. Für uns begann der Tag in einer linguistischen Gesamtschule (Eliteschule) verbunden mit einem Schulrundgang. Die Aufnahmekriterien für solch eine Schule liegen darin, dass man ab der 1. Klasse eine Fremdsprache beherrscht, sprich Englisch und es dürfen genau 35 Kinder am Unterricht pro Schuljahr teilnehmen. Die Auswahl ist sehr streng und nur die Besten sowie Diszipliniertesten werden genommen in Form einer durchzuführenden Aufnahmeprüfung. Der Deutschunterricht ist uns natürlich sehr leicht gefallen, hahahahaa, aber in anderen Fächern haben wir nur "Bahnhof" verstanden. Wir waren sehr überrascht wie weit sie schon in den Fremdsprachen sind.  Ein Schultag hatte immer 6 Stunden i.d.R. Sogar müssen sie an Samstagen zur Schule gehen und eine Schuluniform in verschiedenen Versionen tragen. Danach ging es Go-Kart fahren in den "Karting Club Schikana" mit anschließendem Bowling. Spontan wurden alle Gastschüler eingeladen, zu einer kleinen Party zu kommen. Der Abend war sehr schön und alle haben sich gut verstanden. Wir spielten Twister, X-Box, deutsche und russische Musik gehört und dazu traditionelle Tänze dazu getanzt. Gegen 22 Uhr ging der Tag zu Ende.


Der Dienstag startete wieder in der Schule, wobei das Besondere war, dass wir in der 4. Stunde an einer Tanzstunde teilnehmen durften. Auf dem Programm stand der langsame Walzer, den wir zum Glück schon konnten. 16 Uhr gingen wir in ein Kino und schauten uns eine Doku über die Grimmbrüder an, wobei wir aber leider kaum etwas verstanden, da dies in der russischen Sprache war. Das Kino befand sich in einem Kaufhaus. Dann sind wir in die Stadt gelaufen und haben die ersten Souvenire gekauft. Das Witzige war, dass wir nichts bezahlen durften. Nun ging dann auch dieser Tag mit leckerer Pizza zu Ende.

 


Am Mittwoch angekommen durften wir eine Kadettenschule (Militärschule) besuchen. Jeden Morgen gab es einen Appell, bei dem marschiert und die Nationalhymne gesungen wurde. Dann gratulierte man den Geburtstagskindern und Schüler bekamen Zertifitikate für besondere Leistungen. Bricht ein Schüler die Regeln, wird er vor allen Schülern der gesamten Schule getadelt. Wir wurden durch die Schule geführt und uns wurde gezeigt wie der z. B. der Sportunterricht stattfindet. Es gab für uns sehr krasse Lektionen wie z. B. dass die Schüler ab ihrem 14. Lebensjahr lernen mussten, gesichert ein Haus runter zu klettern. Dann mussten sie blind ein Bajonett auseinander und wieder zusammenbauen. Wir selbst durften es auch probieren, aber eigentlich gilt dies nur für die Jungs. Die Mädchen waren zum großen Teil sogar besser :D. Ab 16 Uhr besuchten wir einen Workshop mit dem Titel "Rhythmus Geometrie und Stadtbild". Dort lernten wir  wie man richtig fotografiert und dabei schöne Fotos auch entstehen. In dem gleichen Kaufhaus wie schon am Dienstag haben wir dann zu Abend gegessen.


Oh man, jetzt ist die Woche schon fast rum, der Donnerstag beginnt. Die Schule begann und danach wurden in der Aula die Auszeichnungen für besondere Leistungen und Wettbewerbe bekanntgegeben sowie die dazugehörigen Goethe-Zertifikate überreicht. Im Anschluss waren wir in einem Unternehmen, wo sie uns gezeigt haben, was man mit Holz alles herstellen kann. Am Computer hatten wir eine Vorlage eines Logos der russischen Schule, wo wir dann in dieses Logo etwas reinschreiben durften. Dort lernten wir wie man das richtig umsetzt. Dies wurde dann in das Holz reingelasert. Diese Fabrik gibt es nur ganz selten in Russland. Dann sind wir alle in ein Kaufhaus gelaufen und besuchten einen Spielzeugladen , wo wir dann von einem Securitymann verfolgt wurden. Nun war der Tag auch schon zu Ende, was wir sehr bedauerten, da dies unser letzter Abend gemeinsam war.


Der letzte Tag, der Freitag ist angebrochen. Die Schule stand wieder auf dem Plan und in der 2. Stunde hatten wir mit den russischen Schülern eine Musikstunde, wo wir Lieder auf Russisch, in Englisch und Deutsch sangen. In der darauffolgenden Stunde hattem wor Öko-Unterricht, wo wir uns in Gruppen aufteilten und Aufgaben lösen durften. Ab 14.30 Uhr hatten wir Zeit, unsere Koffer zu packen, Einkäufe für die Fahrt zu erledigen und erhielten von den Gastfamilien jeweils mehrere Geschenke. Um 20:40 Uhr war es dann leider soweit und wir MUSSTEN uns verabeschieden.


Wir beide haben es als eine sehr intensive und schöne Zeit empfunden und freuen uns schon, wenn Maria und Katja uns im Dezember 2017 in Torgau besuchen.

 

Hier noch kleine Anmerkungen von uns. Der Unteschied zwischen der von uns besuchten Schule zu unserer hier in Torgau ist gewaltig, denn alle sind sehr freundlichen, gehen miteinander respektvoll um, sind ehrgeizig gute Noten zu erhalten, aber wenn man jetzt in unsere eigene Schule mal zurückblickt, dann merkt man schon, dass dies schon eine Eliteschule ist und unsere sich vielleicht ein paar Umgangsformen abschauen könnte.

Die Häuser sehen von außen sehr marode, aber unterliegen höchster Sicherheitsmaßnahmen. Die Kriminalrate ist dort sehr hoch. Die Schüler sind sehr oft mit dem Taxi unterwegs und besitzen eine Taxi-App mit integrierter Ortung.

Der Fahrstil ist, naja wir sagen mal "besonders". Meistens sind sie nicht angeschnallt und in einer zweispurigen Bahn fahren manchmal drei Autos nebeneinander.

Was die Nahrungsmittel angeht, ist Russland sehr günstig, die Fahrtkosten ebenfalls, aber die Kleidungsläden sind arg teuer.